Wir bleiben Zuhause – Tipps für einen entspannten Familien-Alltag

Wir alle befinden uns gerade in einer Ausnahmesituation. Das Corona Virus hat die Welt fest im Griff, und wir bleiben Zuhause. Mit einem Mal ändert sich der Alltag: Plötzlich gehen die Kinder nicht mehr zu Kita oder in die Schule, und die Eltern sollen im Home Office weiter arbeiten.

Anstatt nur darüber zu schreiben, was ihr mit euren Kindern Zuhause alles unternehmen könnt, wollen wir euch heute ein paar wirklich wichtige Tipps an die Hand geben.

Denn, zugegeben, diese Situation ist für uns alle nicht leicht. Die Kinder und den Partner rund um die Uhr um sich zu haben, ist schon eine echte Herausforderung. Es ist wunderschön, kein Zweifel. Aber es ist eben auch ziemlich intensiv. Vor allem, wenn man es nicht gewöhnt ist.

Ich weiß, wovon ich rede. Mein Mann und ich arbeiten schon seit Jahren von Zuhause aus. Zudem leben wir kitafrei. Für uns persönlich hat sich auch deshalb jetzt nichts geändert. Ich weiß also wie es ist, die Familie 24 Stunden am Tag um sich zu haben, und gleichzeitig Zeit für die Kinder, Zeit für Arbeit, Zeit für sich selbst und Zeit für den Partner frei zu schaufeln.

Quelle: shutterstock.

Deshalb teile ich heute meine Tipps für einen stressfreien Familien-Alltag mit euch.

Ganz ehrlich: Die Worte stressfrei und Familien-Alltag passen nicht wirklich zusammen, und üben meiner Meinung nach nur Druck auf euch Eltern aus. Entspannung und Familien-Alltag schließen sich nicht unbedingt aus, aber es ist nun mal so: Der Alltag mit Kindern ist eben einfach manchmal stressig. Versucht das einfach anzunehmen, und die Welt sieht schon ganz anders aus.

Mit folgenden Tipps möchte ich euch heute zeigen, wie ihr euren Alltag ein Stück weit entspannter gestalten könnt.

Routinen schaffen

Euer geregelter Alltag wurde gerade so richtig durcheinander gewirbelt. Das kann viele Kinder, aber auch Eltern ziemlich hart treffen. Gerade Kinder leben in einem gewissen Maß gerne Routinen, um sich sicher zu fühlen. Auch für uns Eltern ist es schwer, wenn jetzt der Alltag komplett umstrukturiert werden muss.

Unabdingbar in diesem Fall: Neue Routinen schaffen. Das kann bei jeder Familie ganz individuell aussehen: Zur gleichen Zeit aufstehen, ein gemeinsames Familienfrühstück, danach Spielzeit mit Mama, Mittagessen um die selbe Zeit, nachmittags einen Film schauen, Abendroutine mit Mama oder Papa. Ihr wisst am besten, wie ihr euren Tag gestalten könnt.

Quelle: shutterstock.

Ganz wichtig bei mehreren Kindern: Wenn möglich, Exklusiv-Zeit mit jedem Kind verbringen. Auch, wenn es nur zwanzig Minuten sind. Das kann zum Beispiel so aussehen, dass ein Elternteil mit dem großen Kind etwas bastelt, während der andere dem Kleinen eine Geschichte vorliest. Später wird getauscht. Die Kinder profitieren davon, wenn sie mal ganz alleine was mit Mama oder Papa machen können.

Versucht, euren Tag zu strukturieren und feste Zeiten für Homeoffice, Me-Time und Zeit mit den Kindern zu schaffen.

Diese neue Routine wird euch und euren Kindern Sicherheit geben. So kann euer Alltag ein Stück weit entspannter werden.

Quelle: shutterstock.

Zeit für sich nehmen

Seid ihr gestresst, unentspannt, reizbar, überfordert oder einfach nur mit den Nerven am Ende? Die Kinder drehen durch, ein Wutanfall folgt dem Nächsten, und ihr wisst nicht mehr, wie ihr eure Kids noch beschäftigen könnt?

Nehmt euch Zeit für euch selbst! Auch wenn es nur fünf Minuten sind. Gerade als Mutter hat man gefühlt kaum Zeit zum Durchatmen. Umso wichtiger ist es, in seiner Mitte zu sein. Wie heißt es so schön: Entspannte Eltern – entspannte Kinder.

Wenn wir von unseren Kindern genervt sind, steckt meistens mehr dahinter. Kinder sind unser Spiegel und merken sofort, wenn wir gerade sehr gestresst oder ungeduldig sind.
Anstatt unsere Laune an unseren Kindern auszulassen, sollten wir bei uns selbst anfangen und schauen, was wir uns Gutes tun können. Kleine Auszeiten über den Tag verteilt können Wunder wirken. Sei es eine Runde Yoga am Morgen, eine Sporteinheit zwischendurch, in Ruhe eine Tasse Tee trinken, ein entspannendes Bad am Abend oder einfach nur fünf Minuten da sitzen und atmen. Diese Zeit der Selbstfürsorge ist so wichtig. So könnt ihr kleine Kraftquellen in euch selbst entdecken, aus denen ihr immer wieder schöpfen könnt.

Quelle: shutterstock.

Nehmt euch, wenn möglich, jeden Tag ein paar Minuten Zeit für euch selbst.
Aber Achtung: Bitte ohne Leistungsdruck! Einstellungen wie „Ich muss jetzt schnell auf die Matte, bevor das Baby aufwacht, sonst ist der Tag gelaufen“ bringen euch nicht weiter und machen unnötig Druck. Es ist ok, wenn es an manchen Tagen so chaotisch zugeht, dass ihr zu rein gar nichts kommt. Versucht jede Situation so anzunehmen, wie sie ist- das ist der Schlüssel zu einer entspannten Haltung.

Macht eine Routine daraus, damit eure Kinder diese “ Mama hat jetzt Pause“-Zeit auch leicht akzeptieren. Kommuniziert mit euren Kindern, wie wichtig euch diese Zeit ist, um eine entspannte Mama zu sein. Die Kinder lernen daraus ganz nebenbei, dass jedes Familienmitglied unterschiedliche Bedürfnisse hat, und es gut ist, für diese einzustehen. Was uns gleich zum nächsten Punkt bringt:

Kommunikation ist alles

Wenn alle Familienmitglieder den ganzen Tag zusammen sind, dann ist eine Sache besonders wichtig: Kommunikation.

Kommuniziert mit eurem Partner, sowie mit euren Kindern. Wie geht es euch in der jetzigen Situation? Was habt ihr für Pläne für den Tag? Was möchtet ihr gerne machen? Euer Partner kann euch nicht immer aus den Augen ablesen, dass ihr total unzufrieden seid und dringend Zeit für euch selbst braucht.

Kommunikation ist das Zauberwort. Sprecht euch untereinander ab. Ihr könnt zum Beispiel beim gemeinsamen Frühstück eine Art Kommunikations-Kreis machen, wo jedes Familienmitglied erzählt, was am Tag an steht. Bezieht die größeren Kinder unbedingt mit ein.
Ganz wichtig: Lasst Gefühle zu, und zeigt sie auch euren Kindern. Seid ehrlich und kommuniziert, wie ihr euch in dieser besonderen Zeit fühlt.

Quelle: Shutterstock.

Achtsamkeit üben

Mal ehrlich: wann ward ihr das letzte Mal so richtig im Moment? Unser Gedankenkarusell dreht sich ununterbrochen: Meistens hängen wir mit unseren Gedanken in der Vergangenheit oder schmieden Pläne für die Zukunft. Wie selten sind wir doch eigentlich im gegenwärtigen Moment präsent?

Einfache Achtsamkeitsübungen können euch helfen, gelassen und geduldig zu sein. Wenn sich eine Situation gerade sehr schlimm anfühlt, genügt es einfach, dass ihr euch dessen bewusst seid. Versucht, achtsam zu sein. Nehmt den Moment an, so wie er ist. Dabei könnt ihr euch fragen: Was verlangt dieser Moment von mir? Was ist hier und jetzt gerade wichtig?

Wenn ihr mit euren Kindern spielt, seid achtsam. Denkt nicht darüber nach, was ihr noch alles im Haushalt zu tun habt. Hört ihnen einfach aufmerksam zu.
Das Wichtige dabei: Nehmt auch eure negativen Gedanken und Gefühle wahr, zum Beispiel wenn euer Kind gerade in einem Wutanfall steckt. Aber verurteilt eure Gefühle nicht. Sie werden vorbei gehen. Seid geduldig und mitfühlend mit euch selbst.

Quelle: shutterstock.

Kleine Achtsamkeitsübungen

  • Beim Essen: Schaut euch die Lebensmittel genau an. Wie sehen sie aus? Welche Farbe und Konistenz haben sie? Wie fühlen sie sich im Mund an? Schmeckt mehr als nur den ersten Bissen.
  • Nehmt eure Umgebung mal ganz genau wahr: Welche Farbe haben die Wände? Was für Dekoration hängt im Wohnzimmer?
  • Beim Duschen: Fühlt, wie das warme Wasser euren Körper berührt und hinunter läuft.
  • Spürt, wie sich Spannung im Körper aufbaut, wenn ihr schlechte Laune bekommt.

 

Stressfaktoren reduzieren – Die innere Erwartungshaltung

Den meisten Stress machen wir uns zugegebenermaßen selbst. Die Wohnung soll blitzsauber sein, die Fenster müssen geputzt werden, das Wohnzimmer könnte auch mal wieder gesaugt werden, das Abendessen muss frisch gekocht werden, die Kinder bespielt werden usw.
Wenn ihr euch ehrlich fragt: Müsst ihr das wirklich alles machen? Oder kann die Wohnung nicht einfach ein bisschen dreckig sein, das Abendessen aus einer einfachen Brotzeit bestehen und die Kinder dürfen auch mal eine Folge mehr schauen?

Oft stellen wir viel zu hohe Ansprüche an uns selbst, und an unsere Kinder. Versucht, Perfektion aufzugeben und Druck rauszunehmen. Befreit euch von dem Gedanken, dass alles immer perfekt sein muss. Kein Mensch ist perfekt. Wichtig ist, dass ihr euch selbst wohl fühlt.
Macht die Stressfaktoren in eurem Alltag ausfindig und arbeitet an eurer inneren Erwartungshaltung. MUSS ich das wirklich alles? Was ist wirklich wichtig? Ihr könnt zum Beispiel einmal alle Momente aufschreiben, in denen ihr euch den Tag über gestresst fühlt – um ein Gefühl dafür zu bekommen, was ihr ändert könnt.

Quelle: shutterstock.

Versucht auch den Druck rauszunehmen, den Kindern den ganzen Tag über Spielangebote zu machen. Auch das kann zu Stress führen. Kinder sind kreative Wesen, und aus Langeweile können die schönsten Dinge entstehen. Kinder müssen nicht die ganze Zeit von euch beschäftigt werden. Zum Beispiel könnt ihr die Kinder auch in eure Tätigkeiten mit einbeziehen, oder einfach mal euren Interessen folgen. Eure Kinder werden bestimmt neugierig und euch von alleine Gesellschaft leisten. Ich persönlich bekomme zum Beispiel oft Besuch von meiner 4-jährigen Tochter auf der Yogamatte, oder wenn ich mich hinsetze, um zu malen.

Meditation kann euch ebenfalls dabei helfen, innerlich ruhig zu bleiben. Ihr könnt euch einfach ein paar Minuten ruhig hinsetzen und euren Atem beobachten. Wenn Gedanken aufkommen, nehmt sie wahr, und lasst sie dann wieder weiter ziehen. Meditation bedeutet auch, bewusst im gegenwärtigen Moment zu sein. Ihr werdet sehen: Danach fühlt ihr euch um Längen besser.

Eure Kinder verstehen lernen

Diese Zeit eignet sich auch perfekt, um eure Kinder besser verstehen zu lernen.
Kinder sind auch nur Menschen mit Gefühlen. Sie sind keine kleinen Erwachsenen. Sie tun nichts mit Absicht böswillig, meistens steckt immer ein unbefriedigtes Bedürfnis dahinter. Wer über die kindliche Entwicklung bescheid weiß, ist klar im Vorteil.

Wenn Kinder hauen, beißen, spucken oder nicht hören, dann ist das meistens nur der sehnliche Ausdruck: Bitte hilf mir! Wutanfälle sind auch nur ein Mittel, um Gefühle rauszulassen. Und das ist gut so! Kinder dürfen auch mal wütend, traurig und schlecht drauf sein. Schließlich sind wir das ja auch manchmal. Wichtig ist, dass wir sie mit allen ihren Gefühlen annehmen, ihre Gefühle benennen und ihnen zeigen, wie sie angemessen reagieren können. Strafen und Schimpfen wirken in dem Fall eher kontraproduktiv. Unsere Herausforderung besteht darin, unsere Kinder auch mit ihren negativen Gefühlen anzunehmen und ihnen unsere bedingungslose Liebe zu vermitteln. Umgekehrt dürfen auch wir Schwäche zeigen, wenn wir schlecht drauf sind (Stichwort: Kommunikation).

Quelle: shutterstock.

Wenn ihr euch über die Hintergründe des Verhalten eures Kindes informiert, könnt ihr euch vieles leichter machen. Gute Elternbildung ist ein Schlüssel für ein verständnisvolles Miteinander. Ihr seid die Experten eurer Familie und könnt dann den Weg wählen, der am besten zu euch passt.
Jede Familie ist anders, und was für den einen gilt, muss bei den anderen nicht unbedingt klappen. Es gibt kein Patentrezept für einen entspanten Familien-Alltag, und Stress gehört einfach dazu. Das Wichtigste ist, die Situationen einfach anzunehmen, wie sie sind.

Wir hoffen, ihr könnt etwas von unseren Tipps für euch mitnehmen.
Wie ist das bei euch? Könnt ihr gut mit Stress im Familien-Alltag umgehen? Wir freuen uns über eure Kommentare.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.